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Geschichte

Natur- und Vogelschutz in Buchs von 1934 bis 2010

1934 gründeten mehrheitlich Bauern den Vogelschutzverein Buchs ZH. Damals lag das 326-Seelen-Dorf eingebettet in blumenreiche Magerwiesen und Äcker. Ausladende Obstgärten und Rebberge säumten die Siedlung. Doch die Naturräume waren bereits stark geschrumpft: Riedwiesen waren entwässert, Land zusammengelegt worden, um mehr Fläche für die Landwirtschaft zu gewinnen. Das hat die Buchser Vorväter dazu getrieben, der Natur eine Stimme zu geben und den Vogelschutzverein zu gründen.

Ende 1936 zählte der Verein bereits 50 Mitglieder. Sie betreuten 240 Nistkasten, verteilten 145 kg Vogelfutter und brachten 25 kg an zwei Futterstellen im Wald aus. 1939 bemängelte der Präsident, es hätte zuwenig Sträucher am Furtbach für die Singvögel. 1950 notierte der Aktuar: "Die hohlen Bäume verschwinden immer mehr." Der Vogelschutzverein hat sich immer wieder für mehr Natur in der Gemeine eingesetzt.

In den Nachkriegsjahren begann das Dorf zu wachsen. Mit der Mechanisierung der Landwirtschaft und der Industrialisierung begann die Zeit des ungetrübten wirtschaftlichen Wachstums. Der Naturschutz trat in den Hintergrund. In den Siebzigerjahren wurde die Gefahr der Zubetonierung der Landschaft offensichtlich. Für viele Vogelarten allerdings zu spät: Steinkauz und Baumpieper, aber auch etliche Pflanzenarten und Insekten waren bereits aus dem Gemeindegebiet verschwunden.

Von 1955 an übernahm der damalige Vereinspräsident Paul Schlatter mit seiner Familie praktisch die ganze Vereinstätigkeit. 1980 wurde der Verein schliesslich wiederbelebt und der Vorstand an der Generalversammlung vervollständigt. Anstoss dazu gab die Boppelser Weid - obwohl nicht auf Buchser Boden. Der Pflanzenexperte Louis Müller fürchtete um die Orchideen, die die Weid immer mehr als Picknick- und Rummelplatz genutzt wurde. Darum begann 1982 der Buchser Vogelschutzverein das Hangried zu pflegen. Heute steht die Weid unter Naturschutz und wird vom Kanton in Zusammenarbeit mit dem Vogelschutzverein Boppelsen betreut.

1981 beantrage Hans Ulrich Burkhalter, Vereinsmitglied und damaliger Jagdaufseher, die Kiesgruben im oberen Ried unter Naturschutz zu stellen. Die Kiesgrubenbetreiber haben es glücklicherweise versäumt, die Gruben wieder aufzufüllen, und so hat die Natur das Gebiet allmällich wieder zurückerobert. Dass die Direktion für öffentliche Bauten des Kantons Zürich die beiden Kiesgruben in das Rückhaltebecken des Furtbachs integriert hat, ist ein weiterer Verdienst des Vereins.Wie wir heute sehen, hat sich das Feuchtgebiet zu einer wertvollen Naturoase entwickelt. Im Frühling brüten die Nachtigallen im Gebüsch um die Weiher und die seltene Zwergdrommel ruft aus dem Schilf.

Zu Beginn der Achtzigerjahre war in Buchs eine Melioration oder Güterzusammenlegung geplant. Auf Wunsch der Meliorationsgenossenschaft hat der Verein ein Inventar der erhaltenswerten Gebiete erstellt. Einiges wie die Hecke oberhalb der Schulanlage Petermoos wurde wie im Inventar vorgeschlagen erhalten, anderes verschwand von der Bildfläche. In Zusammenarbeit mit dem Verein konnte die Gemeinde anlässlich der Meloration auch neue Gebiete unter Schutz stellen. So wurde der Trübenbach geöffnet, und vom Vogelschutzverein mit einer Hecke aufgewertet.

Auch das alte Trassee der Bülach-Baden-Bahn ist auf Initative des Vereins unter Schutz gestellt worden. So hat der Gemeinderat 1986 den Betrieb einer Feldbahn auf dem stillgelegten Bahngelände zugunsten der Natur abgelehnt. Heute blühen hier verschiedene Doldengewächse, die den Raupen des prächtigen Schwalbenschwanzes Nahrung bieten.

2005 hat sich der Verein einen neuen Namen gegeben: Natur- und Vogelschutzverein Buchs ZH. Er ist eine Sektion des Zürcher Vogelschutzes ZVS und des Schweizerischen Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz und gehört damit zu BirdLife International. Aktuell zählt der Verein knapp 70 Mitglieder, wovon 6 im Vorstand aktiv sind. Der Verein organisiert naturkundliche Exkursionen und Vorträge, hilft bei der Pflege der Boppelser Weid mit und betreut 160 Nistkasten. Auch vertritt er den Artenschutz bei der Arbeitsgruppe Wald udn Feld der Gemeinde Buchs, welche das Vernetzungsprojekt begleitet.

2009 - Zum 75-Jahr-Jubiläum pflanzte der Verein eine Eiche auf Gemeindegebiet. Die Eiche ist einer der wertvollsten Baumarten für den Naturschutz. Sie beherbergt eine Vielzahl von Insekten, Flechten, Vögeln und Säugetieren. Sie erreicht ein Alter von bis zu 1'000 Jahren.

2010 verstärkte der Natur- und Vogelschutzverein Buchs ZH seine Öffentlichkeitsarbeit mit Lancierung dieser Webseite.

2017 die neu ins Leben gerufenen Buchser Naturspaziergänge, einstündige Spaziergänge zu verschiedensten Themen, beleben Buchs und sorgen für grossen Zulauf. Infolge des grossen Erfolges werden die Spaziergänge 2018 fortgesetzt. Um dem Interesse noch mehr Auftrieb zu geben, wird die Webseite überarbeitet und modernisiert.